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Bücherverbrennung – 80 Jahre danach: Salzburg bekommt ein Mahnmal zur Erinnerung an die Salzburger Bücherverbrennung. Wettbewerbsergebnis liegt vor.

01.09.2017Demokratie

GR Ingeborg Haller: Ein Erfolg von jahrlanger und konsequenter Erinnerungsarbeit. Das Siegerprojekt muss nun rasch umgesetzt werden

Zur Erinnerung:

Am 30. April 1938 fand in Salzburg am Residenzplatz die einzige inszenierte Bücherverbrennung statt. In dem Band der Kulturabteilung der Stadt Salzburg „Antifaschistisches Mahnen und Gedenken in Salzburg" weist der Historiker Gert Kerschbaumer in seinem Beitrag „Widerstand und Verfolgung in der Stadt Salzburg 1934-1938-1945" auf der Seite 9 darauf hin, dass die Stadt Salzburg die einzige Stadt in Österreich war, in der Bücherberge öffentlich verbrannt wurden. Am Abend des 30. April 1938 wurden auf dem Residenzplatz vor dem Dom Bücher verbrannt, initiiert vom Politiker und Heimatdichter Karl Springenschmid. Insbesondere wurden auch Bücher des bis 1934 in Salzburg lebenden Schriftstellers Stefan Zweig als „jüdisches Geschreibe" Opfer der Flammen.

Gedenktafel:

Seit November 2011 erinnert eine Gedenktafel an der St. Michaels Kirche, die bereits Ziel von Nazischmieraktionen war, an dieses Verbrechen der Nazi. Sie ersetzt aber keineswegs die Errichtung eines künstlerisch gestalteten Mahnmals, das von der Bürgerliste/DIE GRÜNEN seit Jahren gefordert wird.

Ingeborg Haller, Gemeinderätin der Bürgerliste/DIE GRÜNEN, Mitinitiatorin des Personenkomitees STOLPERSTEINE und Mitglied der Initiative Freies Wort, die im Gedenkjahr 2013 eine große Gedenkfeier durchgeführt hat, setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Stadt Salzburg zum Gedenken an die Bücherverbrennung am Residenzplatz ein angemessenes Mahnmal errichtet.

Mahnmal wird errichtet- Siegerprojekt ausgewählt :

„Die Stadt bekommt nun zeitgerecht zum 80jährigen Gedenken endlich ein solches Mahnmal inmitten in der Altstadt, in unmittelbarer Nähe des Brandortes (=Ort des Geschehens). Die Hartnäckigkeit der Initiative Freies Wort und das Engagement der Bürgerliste/DIE GRÜNEN haben sich ausgezahlt", ist Ingeborg Haller überzeugt.

Auch wenn das Mahnmal nicht exakt am Brandort selbst, sondern am Rand des Platzes entstehen soll und offenbar keine Lichtskulptur darstellt, respektiert  Ingeborg Haller, GR der Bürgerliste die Entscheidung der Jury.

Sie geht davon aus, dass auch der Stadtsenat in seiner nächsten Sitzung der Entscheidung der Jury folgt und der Realisierung des Siegerprojektes- Buchskelett zustimmt, da die Grundkonzeption des Siegerprojektes  und die Begründung der Jury nachvollziehbar und stimmig sind:

„Das Mahnmal soll ernüchternd und ikonisch an den barbarischen Akt der Bücherverbrennung erinnern. Schwarz auf Weiß illustriert im Raum liegt die schwarze Buchskulpur auf weißem Hintergrund – wie Bild und Text auf Papier. Der übrig gebliebene Buchrahmen symbolisiert die Erinnerung daran", so die Grundkonzeption und Projektidee von Fatemeh Naderi und Florian Ziller.

„Die Errichtung eines Mahnmals am zentralen Ort des Geschehens als sichtbares Zeichen gegen den Ungeist der Intoleranz ist jedenfalls gerade heute mehr denn je notwendig", stellt Ingeborg Haller, Gemeinderätin der Bürgerliste/DIE GRÜNEN abschließend fest.

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