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"BRANDORTE sind ERINNERUNGSORTE" (Wolfram Kastner) - 30.April 2013

Frühjahr 2013  /  Demokratie: Menschenrechte

Bücherverbrennung- 75- Jahre danach: Salzburg braucht ein mutiges Zeichen, das weit über das notwendige Erinnern hinausgeht!

Ingeborg Haller, Gemeinderätin der Bürgerliste, Mitinitiatorin des Personenkomitees STOLPERSTEINE und Mitglied der Initiative Freies Wort erinnert daran, dass sich die Stadt Salzburg zum Gedenken an die Bücherverbrennung am Residenzplatz nicht mit einer Gedenktafel zufrieden geben darf.

Am 30. April 1938 fand in Salzburg am Residenzplatz die einzige inszenierte Bücherverbrennung statt. In dem Band der Kulturabteilung der Stadt Salzburg „Antifaschistisches Mahnen und Gedenken in Salzburg" weist der Historiker Gert Kerschbaumer in seinem Beitrag „Widerstand und Verfolgung in der Stadt Salzburg 1934-1938-1945" auf der Seite 9 darauf hin, dass die Stadt Salzburg die einzige Stadt in Österreich war, in der Bücherberge öffentlich verbrannt wurden.

Am Abend des 30. April 1938 werden auf dem Residenzplatz vor dem Dom Bücher verbrannt, initiiert vom Politiker und Heimatdichter Karl Springenschmid. Insbesondere werden auch Bücher des bis 1934 in Salzburg lebenden Schriftstellers Stefan Zweig als „jüdisches Geschreibe" Opfer der Flammen.

Ein Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in der Stadt Salzburg fehlt noch immer. Das Gedenken an dieses Verbrechen der Nazis gegen die Meinungsfreiheit hat in angemessener Form zu erfolgen. Immerhin ist der Residenzplatz einer der bekanntesten Plätze der Altstadt.

Seit November 2011 erinnert zwar eine Gedenktafel an der St. Michaels Kirche an dieses Verbrechen der Nazi. Sie ersetzt aber keineswegs die Errichtung eines künstlerisch gestalteten Mahnmals, das von der Bürgerliste seit Jahren gefordert wird.

Es braucht ein deutlich erkennbares Zeichen gegen das kollektive Vergessen", ist Ingeborg Haller, die sich auch in der „Initiative freies Wort" engagiert, überzeugt.

Am 30. April 2013 jährte sich die einzige, Bücherverbrennung in Österreich zum 75. Mal und die Stadt ist leider immer noch säumig. Die Errichtung eines Mahnmals als sichtbares Zeichen gegen den Ungeist der Intoleranz ist daher notwendig. Salzburg darf sich nicht mit einer Tafel zufrieden geben. „Wir brauchen ein mutiges Zeichen weit über das notwendige Erinnern hinaus", so Haller. Die Bürgerliste wird sich daher weiterhin dafür einsetzen, dass ein Mahnmal am Residenzplatz errichtet wird.

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